Besuch der "Klösterlichen Schreibstube"

 

Schreibstube 01 Am 25.04.17 besuchte die Klasse 4d die Klösterliche Schreibstube im Hollbau des Annahofes. Dort wurde sie von zwei Frauen, die als Mönche verkleidet waren, empfangen. Sofort ging es hinunter in den Gewölbekeller. Dort bekamen die Kinder ebenfalls ein Mönchsgewand, denn damals im Mittelalter schrieben nur die Mönche in den Schreibstuben.

Zunächst erklärten die Frauen, wie man zum Schreiben kam: die Menschen damals probierten verschiedene Materialien aus (Ton, Wachs, Papyrus), bis sie dann die Idee hatten, Rinderhaut zu verwenden. Auf dieses „Papier“ schrieben die Mönche mit speziell hergestellter Tinte (aus Ruß, Wasser und Öl) die Bibel ab. Könnt ihr euch vorstellen, dass das Schreiben einer Bibel 1 bis 2 Jahre dauerte?

Zum Schreiben selbst benutzte man eine Gänsefeder, die angespitzt wurde. Die Tinte war in einem Kuhhorn und man tauchte die Feder immer wieder ein. Wenn ein Schreiber einen Tag lang schrieb, verbrauchte er bis zu 8 Federn. Die Kaiser schrieben natürlich nicht mit einer Gänsefeder – sie bevorzugten eine kostbare Adlerfeder. Schreibstube 02

 

Schreibstube 05 Buchstabe für Buchstabe wurde kunstvoll niedergeschrieben und so kann sich jeder vorstellen, wie kostbar damals für die Menschen ein Buch war. Wenn die Texte fertig geschrieben waren, wurden sie zusammengenäht und bekamen einen Einband aus Holz. Das Buch wurde mit einem Schloss versperrt, damit es nicht jeder anfassen konnte. Die Kinder erfuhren, dass ein Buch so wertvoll war wie drei Häuser.

 

Am Ende bekam jedes Kind ein Pergament und durfte mit der Feder einen Spruch darauf schreiben. Der Anfangsbuchstabe - die sogenannte Initiale - des Spruchs wurde dabei hervorgehoben und mit Farben verziert. Gearbeitet wurde - wie früher bei den Mönchen auch – nur mit Kerzenlicht und in völliger Stille.

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Nach einem zweistündigen Eintauchen in die „Mittelalterliche Schreibkunst“ durfte jeder Schüler seinen mühevoll „federgeschriebenen“ Spruch mit nachhause nehmen.

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